Ein weiterer Hypnosebericht

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Wenn ich das Thema Hypnose anschneide bekomme ich zwei Arten von Reaktionen. Die erste Art ist völlige Ignoranz. Es wird einfach nicht darauf eingegangen. Die Tatsache das ich jemanden hypnotisieren könnte wird völlig weggeblendet. Die zweite Art ist dann doch die Neugier. Es gibt also doch Menschen, die dem Thema gar nicht so abgeneigt sind. So auch eine weiter weg wohnenden guten Freundin. Wir sind über das Wochenden zu ihr und ihrer Familie gefahren. Sie wusste bereits vorher von meiner Fähigkeit und bat mich mit Hypnose ihr Gewichtsproblem zu lösen. Es gibt zwar massen von Autohypnose CDs zur Gewichtsreduktion, doch weiß ich ganz genau das es einfach keine Standardlösung für dieses Problem gibt.

Ich hatte aber nun die Gelegenheit sie über das Wochende genau zu analysieren und mit kleinen Gesprächen sogar ein aufschlussreiche Anamnese zu machen. Ich erkannte recht eindeutig, dass einer der Hauptgründe ihr Elternhaus ist. Immer wenn es um dieses Thema ging bzw. als sogar selbst ihre Mutter einmal dazu kam, steigerte sich ihr Essverhalten enorm. Sie tat dies um ihren Liebesbelohnungsreflex auszulösen um ihre schlechten Gefühle zu unterdrücken und weg zu trösten. Sie selbst merkte das gar nicht.


Nach erfolgreich Arm-Pull-Induktion, vertiefende Suggestionen und Fraktionierung um einen möglichst somnambulen Zustand zu erreichen, lies ich alles was sie belastet mit Glücksballons gen Himmel fliegen. Danach führte ich sie in einem Raum der ihr besonders gefällt und lies sie in einen Spiegel schauen, der das Bild von ihr zeigte wie Sie gern aussehen möchte. Dieses Bild dient als Motivation. Sie wird davon Träumen und alles gesunde dafür tun um dieses Bild zu erreichen. Danach substituierte ich den Belohnungsreflex von Essen auf einen Schluck Wasser. Immer wenn es ihr schlecht geht und / oder sie Kummer hat, trinkt sie einen Schluck Wasser. Denn Wasser tut ihr jetzt gut. Immer wenn sie einen Schluck Wasser trinkt, geht es ihr besser.


Zum Schluss suggerierte ich noch gute Gefühle und einen 8 stündigen erhohlsamen Schlaf sowie eine 7 Stündige Massage und löste die Hypnose dann standardmäßig auf. Ich fragte sie zugleich ob sie etwas trinken möchte. Von den vielen Getränkesorten die auf einem Tisch standen griff sie sofort zum Wasser und nahm einen großen schluck. Danach stellte sie die Flasche weg und sagte verblüfft: "Normalerweise hätt ich jetzt nach irgendetwas anderem gegriffen als nach Wasser".
Die Substitution wurde von ihrem Unterbewusstsein angenommen und nicht von ihrem unbewussten Immunsystem eliminiert. Anstatt etwas zu essen trinkt sie jetzt viel Wasser, damit es ihr besser geht. Essen tut sie nur noch wenn sie hunger hat.